Unsere Kirche
„Zum Lobes Gottes“

Der heutige Kirchberg war einst der Burgberg.
Königsee hatte alle Siedlungselemente einer typischen mittelalterlichen Stadt: Stadtmauer, 4 Stadttore, 4 Kirchen, Schule, Hospital, Brauhaus, Rathaus, Badstube.
1274 wurde erstmals eine Burg erwähnt und später zum Schloss ausgebaut.
Eine der letzten Adelsfamilien waren die Herrschaften zu Wüllersleben.
Die Königseer hatten in den Jahrhunderten mehrere Katastrophen zu überstehen.
Am 01.05.1448 ließ Graf Heinrich XXVI. die Stadt im Schwarzburger Hauskrieg, einem  militärisch ausgeführten Erbstreit, plündern und in Brand setzen.
Das Adelsschloss auf dem Burgberg wurde in großen Teilen zerstört.
Marodierende Horden, umherschweifende Kroaten, machten die Stadt 1635
dem Erdboden gleich. Das Wüllerslebener Schloss wurde völlig zerstört.
Graf Ludwig Günther I. erlaubte den Stadtvätern die Überreste zum Bau einer neuen Kirche zu verwenden.
Von 1639 – 1642 entstand die 1. Kirche „Zum Lobe Gottes“.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche nach mehr als 200 Jahren baufällig und musste geschlossen werden. Die Gottesdienste fanden von nun an in der 1711 erbauten Gottesackerkirche (heute Friedenskirche) statt. Nach kurzer Zeit stand der Beschluss fest, an die gleiche Stelle eine neue Kirche zu errichten.

Die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten dauerte lang. Erst nach einem Bestätigungsgutachten der Universität Bonn konnten die Gelder der Königseer Hospitalstiftung zum Bau verwendet werden.

Nach dem 3. Bauentwurf von Bauherrn Brecht aus Rudolstadt für ein „Repräsentatives neugotisches Gotteshaus“ mit 600 Sitzplätzen wird dem Bau der Kirche endgültig zugestimmt und der Name der Vorgängerkirche übernommen.

Am 24.10.1866 erfolgte die Grundsteinlegung und am 3. Mai 1871 war die feierliche Einweihung. Die neue Kirche ist im damalig zeitgemäßen, neugotischen Architekturstil erbaut. Bekannte und vergleichbare neugotische Bauwerke sind z.B. der Kölner Dom, die Westminster Abbey und das Ulmer Münster.

Weg zur Kirche: Königsee Zum Lobe Gottes

Die Kirche ist ein dreischiffiger Langbau und hat eine Kapazität von 550 Plätzen. Ihre Fassade mit Fialen und Kreuzblumen verleiht ihr den besonderen prachtvollen neugotischen Charakter. Die Fialen, der Schmuck des Kirchturmes, wurden 2012 aus statischen Gründen abgenommen. Momenten liegen diese hinter der Kirche im Gras und warten auf bessere finanzielle Zeiten. Im Innenraum tragen große gotische Säulen mit kunstvollen Kapitellen in Blattmustern eine Holzdecke. Das Baumaterial der Fassade ist zum Großteil grauer Sandstein.

Die großen Spitzbogenfenster im Chorraum zeigen die Geburt Jesus, den auferstehenden Jesus und die Jünger bei der Ausgießung des Heiligen Geistes. Beide Emporen befinden sich an der Westseite des Schiffes. Der große Innenraum ist durch die vier achteckigen Pfeiler in drei Schiffe geteilt. Um die vordere, rechte Säule windet sich eine Treppe zur verzierten Kanzel. Der obere Teil stellt ein ca. 3m hohes Modell des Kirchturms dar. An der Spitze ist der Apostel Paulus als Symbol für das gepredigte Wort Gottes. Das Altarbild stellt den gekreuzigten Jesus dar, an dessen Seiten stehen die Jünger Petrus und Johannes als Zeugen der Kreuzigung.
Petrus hält einen Schlüssel als Symbol der Beichte und Johannes mit dem Kelch erinnert an das heilige Abendmahl.  Taufstein mit Schale und Kanne aus Zinn wurden 1908 gestiftet.

Königsee Kirche: Zum Lobe Gottes Drohne
Königsee Kirche: Zum Lobe Gottes Drohne
Kirche: Königsee Zum Lobe Gottes

Vier Bronzeglocken stammten aus der alten Kirche (dem Vorgängerbau). Aber leider mussten drei Glocken gegen Ende des 1. Weltkrieges abgeliefert werden.  Eine Bronzeglocke = 800 kg schwer aus der Kirche von 1639, befindet sich heute noch im Kirchturm und ist eine der wertvollsten Glocken in der Umgebung. Später wurden zwei Stahlglocken der Fa. Schilling/Apolda ergänzt.

Ein Goldschatz in der Kirche „Zum Lobe Gottes“ befindet sich auf der 2. Empore. Es ist die große mechanische Orgel mit 20 Registern und 2 Manualen, gebaut von der traditionsreichen Orgelbauwerkstatt der Gebrüder Schulze aus Paulinzella. Gespielt wurde sie zum ersten Mal am 03. Mai 1871 zur Einweihung der Kirche.

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten erfolgten Arbeiten an der Stadtkirche wie 1910-1912 der Einbau einer Niederdruckdampfheizung sowie im Juli 1955 eine Reparatur am Turmknopf mit Turmkreuz. Im März 1966 wurde eine elektrische Läutanlage „Dreiergeläut“ von der Fa. Krökel/ Pößneck für 6500,- MDN eingebaut.

Königsee Altar Kirche: Zum Lobe Gottes
Taufbecken Kirche: Königsee Zum Lobe Gottes
Jesus in der Kirche: Königsee Zum Lobe Gottes

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten erfolgten Arbeiten an der Stadtkirche, wie 1910-1912 der Einbau einer Niederdruckdampfheizung sowie im Juli 1955 eine Reparatur am Turmknopf mit Turmkreuz. Im März 1966 wurde eine elektrische Läutanlage, ,,Dreiergeläut“ von der Fa. Krökel/ Pößneck, für 6500,- MDN eingebaut.

Nach einem komplizierten Aufbau des Gerüstes und den Zimmererarbeiten am Turm 1982 erfolgte durch eine  Dachdeckerfirma aus dem Kreis Schleiz eine komplette Dachsanierung. Die Malerarbeiten im Innenraum des Kirchenschiffes haben die Mitarbeiter der Brigade Siegmar Obstfelder der PHG des Malerhandwerks „Parteitag“ Rudolstadt ausgeführt. Am 28.09.1986 fand anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Kirche ,,Zum Lobe Gottes“ eine Wiedereinweihungsveranstaltung statt. Zu den Ehrengästen zählten Folkhart Dinkler und seine Frau Erika Dinkler- von Schubert, welche die elektrische Heizung der Kirche gestiftet hat. Folkhart Dinkler ist ein Urenkel von Dr. Hermann Dinkler, dem Ehrenbürger der Stadt Königsee.

In den Jahren von 2012-2014 erhielt die Kirche finanzielle Mittel aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes sowie des Landeshaushaltes zur Instandsetzung des Kirchturmes. Der Kirchturm zeigte nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege gravierende Schäden, die seine Standsicherheit nicht gewährleisten konnten. Außerdem war an drei von vier Seiten Hausschwamm festgestellt worden. Die eigentlich geplante konservatorische und restauratorische Fassadenbearbeitung musste zu Gunsten einer Notsicherung zurückgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt stabilisierte das Gerüst die Turmhaube.

Am 17. Dezember 2001 erließ der Stadtrat einen Beschluss zur Neugestaltung der Kirchenallee. Inzwischen haben die Bäume schon wieder eine respektable Größe. Seit Dezember 2014 wird die Kirche nachts angestrahlt. Die Idee dazu hatte Dr. Udo Henkel, der die Initiative ergriff und bei Königseer Unternehmen um Spenden für dieses Projekt warb. Der Königseer Bauhof übernahm die Elektroinstallation und die Stadt die laufenden Betriebskosten.

Weg zur Kirche: Königsee Zum Lobe Gottes

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie Neuigkeiten und Veranstaltungshinweise des Orgelschatzes Königsee direkt per E-Mail. Jetzt Newsletter abonnieren!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.